Was tun bei MS? Welche Behandlung gibt es bei MS?
Über die letzten 10-15 Jahre haben sich die Behandlungsmöglichkeiten bei MS massiv verbessert. Insbesondere durch die frühe Diagnosestellung und auch frühzeitige Behandlung verläuft die Multiple Sklerose in vielen Fällen deutlich gutartiger als früher. Es steht mittlerweile eine Vielzahl an geeigneten Substanzen für die Therapie der MS zur Verfügung und es kommen ständig neue dazu.
Für die Dauerbehandlung (Intervalltherapie) der MS sind neben Tabletten (1x bis 2xtgl.) mehrere Präparate zur subcutanen Selbstverabreichung (Injektionen unter die Haut) zwischen 3x/Woche bis 1x alle 4 Wochen, ähnlich der Therapien bei Migräne, oder Infusionen (alle 4 Wochen oder alle 6 Monate) verfügbar.
Die Wahl des Präparates ist abhängig von der Ausprägung und dem Verlauf der Erkrankung. Die Einstufung der MS erfolgt anhand von Kriterien wie Anzahl der bisherigen Schübe, Schwere der Schübe, Läsionslast im MRT, Befall des Rückenmarks, Alter, etwaigem Kinderwunsch und individuellen Faktoren. Die Auswahl der für sie geeigneten Behandlung wird der Neurologe gemeinsam mit ihnen besprechen und auf ihre individuellen Verhältnisse bestmöglich abstimmen.
Die Therapie des akuten Krankheitsschubes erfolgt wie bereits erwähnt nach wie vor mit Cortison als Infusion oder Gabe von Tabletten über 5 Tage. Ziel ist es den Schub zu verkürzen.
Ziel der weiteren Behandlung ist es die Erkrankung zum Stillstand zu bringen egal ob Schübe auftreten oder nicht. Man weiß mittlerweile aus regelmäßigen MRT-Untersuchungen und Studien, dass die MS auch ohne Schübe fortschreiten kann und dadurch irreversible Schäden an Hirn bzw. Rückenmark entstehen welche im Verlauf zu frühzeitiger Behinderung führen. Andrerseits will man natürlich Schübe verhindern da jeder Schub ebenfalls auch unabhängig von etwaigen Restsymptomen ebenfalls zu einer fortschreitenden Behinderung führen kann.
Den Erfolg der Therapie kontrolliert man vor allem in den ersten beiden Behandlungsjahren zusätzlich mit jährlichen MRT-Untersuchungen. Zudem erhebt der Neurologe regelmäßig den EDSS eine spezifische MS-Skala zur Beurteilung der Einschränkungen durch die Erkrankung und überweist ggf. zur OCT-Kontrolle zum Augenarzt.
Zusammengefasst kann man sagen: Je früher man die MS erkennt und erfolgreich behandelt umso gutartiger ist in der Regel der Verlauf.
Ich habe MS. Was soll ich tun?
Wenn sie den Verdacht haben es könnte eine MS vorliegen weil sie typische Symptome haben oder jemand in ihrem Umfeld mit ähnlichen Beschwerden an Multipler Sklerose erkrankt ist, ist der Neurologe ihr erster Ansprechpartner. Unsere Ordination ist zertifiziertes MS-Zentrum der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.
Wenn bereits eine MS vorliegt oder kürzlich Multiple Sklerose festgestellt wurde und sie sich mit der Diagnose alleine gelassen fühlen oder unsicher sind ob eine Therapie und vor allem welche Behandlung für sie sinnvoll ist können sie sich auch gerne an uns wenden.
Grundsätzlich sollten sie sich nicht davon abhalten lassen ihr Leben so weiterzuführen wie sie es möchten soweit es der Verlauf der MS zulässt. Empfohlen wird mit dem Rauchen aufzuhören weil dies nachweislich die MS verschlechtern kann. Umgekehrt ist regelmäßige sportliche Betätigung für den Krankheitsverlauf positiv.
In der Frühphase der MS kann eine höherdosierte Vitamin-D-Gabe sinnvoll sein. Eine solche sollte allerdings nur in enger Abstimmung mit dem Neurologen erfolgen weil durch falsche Vitamin-D-Zufuhr schwerwiegende Störungen im Calcium-und Knochenstoffwechsel auftreten können.
Kann ich mit MS schwanger werden?
Da die MS häufig junge Frauen betrifft stellt sich spätestens bei der Auswahl der Therapie die Frage nach einem eventuellen Kinderwunsch.
Es besteht kein Grund aufgrund der Erkrankung auf Kinder zu verzichten. Gerade in der Schwangerschaft treten Schübe deutlich seltener auf. Allerdings kann es unmittelbar nach der Geburt durch die Umstellung des Immunsystems zu vermehrter Schubaktivität kommen.
Sprechen sie mit ihrem behandelnden Neurologen über ihren Kinderwunsch.
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